Traumatische Erlebnisse hinterlassen Spuren – nicht nur in der Erinnerung, sondern tief in der Persönlichkeitsstruktur. Die Ego-State-Therapie bietet einen behutsamen, wirksamen Weg, diese Spuren zu bearbeiten – indem sie nicht das Trauma als Ganzes konfrontiert, sondern die inneren Anteile anspricht, die es tragen.
Was passiert bei einem Trauma in der Psyche?
Wenn ein Mensch eine überwältigende Erfahrung macht – einen Unfall, Gewalt, Verlust oder langanhaltenden Stress – kann die Psyche diese Erfahrung nicht vollständig integrieren. Ein Teil der Persönlichkeit „friert" in diesem Moment ein. Er trägt das Erlebnis weiter, oft ohne dass der Mensch bewusst darauf zugreifen kann.
Diese abgespaltenen Anteile melden sich häufig durch körperliche Symptome, emotionale Überreaktionen, Vermeidungsverhalten oder das Gefühl, in bestimmten Situationen plötzlich „nicht mehr man selbst" zu sein.
Wie arbeitet die Ego-State-Therapie mit Trauma?
Anders als Verfahren die das Trauma direkt konfrontieren, geht die Ego-State-Therapie einen schrittweisen Weg. Zunächst wird Sicherheit hergestellt – sowohl im therapeutischen Rahmen als auch innerlich. Dann nimmt der Therapeut Kontakt zu den belasteten Anteilen auf: behutsam, respektvoll und ohne Druck.
Dieser Ansatz folgt drei zentralen Phasen:
Ein Klient reagiert in Konflikten mit seinem Chef mit starker Angst – obwohl er die Situation rational einordnen kann. In der Ego-State-Therapie zeigt sich: Ein jüngerer Anteil, der frühere Erfahrungen mit einer autoritären Bezugsperson trägt, wird in diesen Momenten aktiviert. Durch den Kontakt mit diesem Anteil – und die Erfahrung dass er jetzt sicher ist – verändert sich das Reaktionsmuster nachhaltig.
Welche Traumaformen können behandelt werden?
Die Ego-State-Therapie hat sich besonders bewährt bei komplexen Traumatisierungen – also bei Erlebnissen die sich über lange Zeit wiederholt haben, wie Vernachlässigung in der Kindheit, emotionaler Missbrauch oder chronischer Stress. Aber auch bei Einzelereignissen wie Unfällen oder akuten Krisen ist der Ansatz wirksam.
Was macht diesen Ansatz besonders?
Die Stärke der Ego-State-Therapie liegt in ihrer Sanftheit. Das Trauma muss nicht vollständig re-erlebt werden. Stattdessen wird der betroffene Anteil begleitet – er darf erzählen, fühlen und schließlich loslassen. Das reduziert das Risiko einer Re-Traumatisierung erheblich.
Gleichzeitig ist der Ansatz integrativ: Er lässt sich gut mit anderen Verfahren wie EMDR, systemischer Therapie oder hypnotherapeutischen Elementen kombinieren – was in der Ausbildung am Institut Ruhr auch vermittelt wird.
Ego-State-Therapie Ausbildung Wuppertal – Jetzt anmelden
Sie interessieren sich für die Ego-State-Therapie Ausbildung am Institut Ruhr oder haben Fragen zu Inhalten, Terminen oder Kosten? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Institut Ruhr · Roman Simeunovic & Partner
Hatzfelder Str. 115
42281 Wuppertal · NRW