Die Ego-State-Therapie ist ein modernes psychotherapeutisches Verfahren das auf einem einfachen aber tiefgreifenden Gedanken basiert: Die menschliche Psyche besteht nicht aus einem einzigen Ich – sondern aus vielen inneren Anteilen. Wer diese Anteile versteht und in Einklang bringt, kann nachhaltig heilen.
Die Grundidee: Wir sind viele
Entwickelt wurde die Ego-State-Therapie von den amerikanischen Psychologen John G. Watkins und Helen H. Watkins in den 1970er und 1980er Jahren. Ihre zentrale These: Jeder Mensch trägt verschiedene „Ego-States" in sich – innere Anteile der Persönlichkeit die sich in unterschiedlichen Situationen zeigen.
Das ist keine Störung – es ist normale menschliche Psychologie. Der Unterschied zwischen einem gesunden Menschen und jemandem der leidet liegt nicht darin ob er solche Anteile hat, sondern darin wie gut diese Anteile miteinander kommunizieren können.
Wie funktioniert die Therapie?
In der Ego-State-Therapie nimmt der Therapeut direkten Kontakt zu einzelnen inneren Anteilen auf. Das geschieht oft in einem leicht veränderten Bewusstseinszustand – ähnlich wie in der Hypnotherapie – aber auch in gewöhnlichen Gesprächssituationen.
Der Therapeut fragt zum Beispiel: „Gibt es einen Teil von dir, der diese Angst kennt?" Oder: „Wie alt fühlt sich dieser Anteil an?" So werden Anteile sichtbar gemacht, die bisher im Verborgenen wirkten – und es entsteht die Möglichkeit zur Veränderung.
Die Therapeutin leitet die Klientin in einen ruhigen Zustand. Dann fragt sie nach dem Anteil, der in bestimmten Situationen so heftig reagiert. Ein jüngerer Anteil meldet sich – er hat Angst, nicht gut genug zu sein. Die Therapeutin spricht direkt mit ihm: Was brauchst du? Was möchtest du sagen? Durch diese Begegnung verändert sich etwas – der Anteil fühlt sich gesehen und kann loslassen.
Wofür wird Ego-State-Therapie eingesetzt?
Die Methode ist vielseitig und lässt sich in vielen therapeutischen und beratenden Kontexten einsetzen:
Was unterscheidet die Ego-State-Therapie von anderen Verfahren?
Im Vergleich zu klassischen verhaltenstherapeutischen Ansätzen geht die Ego-State-Therapie tiefer – sie fragt nach dem Ursprung von Mustern, nicht nur nach ihrer Veränderung. Im Vergleich zu tiefenpsychologischen Verfahren ist sie deutlich direktiver und erlebnisorientierter.
Sie lässt sich hervorragend mit anderen Methoden kombinieren – etwa mit EMDR, systemischer Therapie oder Hypnotherapie. Viele Therapeuten die Ego-State-Therapie lernen, berichten dass sie ihre gesamte therapeutische Arbeit verändert – weil sie mit einem anderen Blick auf ihre Klienten schauen.
Für wen ist die Ausbildung geeignet?
Die Ausbildung in Ego-State-Therapie richtet sich an Fachkräfte aus Therapie, Beratung und Coaching – Psychologen, Heilpraktiker, Sozialarbeiter, systemische Berater und alle die Menschen in Veränderungsprozessen begleiten. Vorkenntnisse in der Ego-State-Therapie sind nicht erforderlich.
Ego-State-Therapie Ausbildung Wuppertal – Jetzt anmelden
Sie interessieren sich für die Ego-State-Therapie Ausbildung am Institut Ruhr oder haben Fragen zu Inhalten, Terminen oder Kosten? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Institut Ruhr · Roman Simeunovic & Partner
Hatzfelder Str. 115
42281 Wuppertal · NRW